schreckliche folge, oder genauer: völlig blödsinnige folge. egal was die drehbuchautoren dieser folge genommen haben, ich möchte das auf keinen fall haben. die handlung spielt im angeblich winterigen sibirien, leider hat man in amerika wohl nur einen drehort mit spärlicher, halb weggeschmolzener schneedecke gefunden, so dass „sibirien“ wenig überzeugend rüberkam. der effekt wurde noch verstärkt, durch die übergangsjacken, die die agents of S.H.I.E.L.D. im sibirischen feld trugen.
auch die handlung in sibirien war so sehr over the top quatschig, dass ich beim ansehen die steile these aufstellte, dass die 80er-jahre drehbücher von knight rider oder mcgyver besser waren, als dieses drehbuch. es war wirklich schrecklich, aber am ende wurde es noch schlimmer. triefender pathos weil sich zwei mitglieder des teams verabschiedeten — und zwar wirklich verabschiedeten, nicht etwas getötet wurden oder so.
das war wirklich die blödeste geschichte, die ich in dieser serie bisher gesehen habe und ich fands so schlimm, dass ich kurz davor war keinen einzigen punkt zu geben. der punkt den ich jetzt doch gebe, geht voll als powers boothe als gideon malick — obwohl der auch nur quatsch geredet hat, dabei aber wenigsten echt böse aussah.
bernie sanders ist erstaunlich langweilig, konnte aber am ende einen guten punkt einsammeln, als er die frage von jimmy kimmel beantwortete, warum republikanische kandidaten, die meist selber keine reichen leute seien, sich so sehr für die interessen der superreichen einsetzen würden: „that’s the corruption of the campaign finance system. it’s that if you are running for president, you’ll need many hundreds of millions of dollars.“ von dort aus schlug er elegant den bogen zum klimawandel und stellte die behauptung in den raum, dass viele politiker den klimawandel leugnen oder mindestens nicht als brennendes problem behandelten, weil ihre wahlkämpfe von der brennstoffindustrie finanziert seien.
tom hiddleston hat offenbar einen neuen film am start, in dem er einen amerikanischen countrysänger spelt und machte nebenbei noch ein bisschen werbung für the night manager. ausserdem musste er nachfragen nach gerüchten abwehren, dass er der nächste james bond sein könnte und jodeln musste er auch noch.
in dieser folge ist nicht so irre viel passiert, ausser lauter symbolkram. am anfang sehen wir jimmy mcgill, wie er in seinem firmenapartement nicht schlafen kann und dann glücklich in seinem alten büro im nagesalon einschläft. wir sehen, wie er mit ein bisschen gewalt, den cup-holder in seinem mercedes (endlich) passend macht. wir sehen kim, wie sie plötzlich gefallen am irrationalen (wieder) findet. der einzige handlungsstrang der sich nicht ausschliesslich im symbolischen bereich bewegt, ist mike’s handlungsstrang. in ihm verschafft er sich, in mehrfacher hinsicht, respekt vor der mexikanischen mafia, um sich dann doch, mit erhobenem haupt, der übermacht zu beugen.
die verschiedenen handlungsstränge entwickeln sich alle in zeitlupe — und das ist nach wie vor sehr schön anzuschauen.
noch 3 folgen in dieser staffel und die aufstellung für die kommende staffel läuft bereits perfekt. es gibt voraussichtlich einen neuen superbösewicht, es gibt die chance, dass rebecca und brian wieder zusammenfinden, bzw. brian aufhört rebecca über seinen deal mit senator morra im dunkeln zu lassen und morra deutet, ohne einen anflug von boshaftigkeit oder superbösewichttum an, dass er vorhabe die welt zu beherrschen und sich keine sorgen über den möglichen neuen superbösewicht zu machen.
ich schreibe das alles völlig unironisch auf, mir gefällt es wirklich immer besser, in welche richtung limitless aufgeblasen wird, nämlich in die gleiche richtung, in die auch, zum beispiel, person of interest — oder jeder bessere james bond film aufgeblasen wurde.
ich habe eben auch gemerkt, dass es mich heute abend am meisten interessierte, wie die geschichte von limitless weitergesponnen wird und die zwei folgen billions oder the night manager weniger. das ist für mich ein weiteres starkes zeichen dafür, dass ich limitless wirklich gut finde. nur better call saul kann da noch mithalten — und das guck ich jetzt auch.
das ist die beeindruckenste tunnelblickrechtfertigung die ich seit langem gelesen habe.
mit dieser haltung könntest du erfolgreiche poltikerin werden. frag doch mal in deinem freundes- und bekanntenkreis nach, was die davon halten.
wenn ix von nem russischen gericht lese, denke ich ja eher an soljanka, als an schauprozess … & liege wohl falsch.
ich habe mir die keynotes von steve jobs immer gerne angesehen. die sachen, die er auf diesen keynotes vorstellte wollte ich, kurz nach der jeweiligen keynote, meist gleich haben. er konnte spontane kaufanreize in seinen zuschauern herauskitzeln. als er 1999 das damals neue plastik-ibook vorstellte, rief er eine assoziation hervor, die leider sehr gut haften blieb: die dinger seien so schön, dass man sie ablecken wollte. dieses bild bin ich seitdem nicht mehr losgeworden, steve jobs ist quasi gegen meinen willen, in meinen kopf eingedrungen. selbst die blödsinnige idee, an den laptop einen griff zu montieren, hielt ich für genial. natürlich habe ich mir nach steve-jobs-keynotes nie wirklich eins der neuen produkte gekauft. mir fiel immer rechtzeitig ein, dass ich das gedöns meist gar nicht brauchte.
aber eine ganz bestimmte kunstfertigkeit von steve jobs, blieb jedes mal bei mir hängen: er hatte die fähigkeit, dass man sein auf positiv getrimmtes, mit superlativen vollgestopftes PR-sprech überhören konnte und trotzdem die botschaft hängen blieb.
als ich gestern abend die märz-keynote von tim cook überflog, fiel auf, dass tim cook diese fähigkeit nicht mal ansatzweise hat. bei ihm, und seinen kollegen die ihn auf der bühne unterstützten, bleibt das PR-sprech als das hängen was es ist: PR-sprech. ich werde von cook nicht auf eine metaebene gehoben, von der aus ich die PR-sprache ausblenden kann, das gegenteil ist der fall: ich bleibe auf dem boden kleben, weil die sprache so schleimig ist und ich so sehr mit der sprache ringe, dass ich gar keine chance habe, mich auf eine euphorische zwischenebene heben zu lassen.
handwerklich war das alles ok, tolle ausleuchtung, eine intime atmosphäre, alle vorab kursierenden gerüchte bestätigt, also alle erwartungen erfüllt, aber der PR-sprach-schleim, machte das event unerträglich.
interessant war jedenfalls der spin, den cook dem konflikt zwischen apple und der US-regierung, genauer dem justizministerium, gab. er versuchte nicht nur die wir-schützen-die-privatshäre-unserer-kunden-karte, sondern auch die patriotismus-karte zu spielen. im prinzip dürfte das strategisch die richtige richtung sein, die medien werden es dankbar aufnehmen, aber das anzuhören, das unkonkrete und emotional aufgeladene PR-gesülze, war leider an der schmerzgrenze.
den part über die umweltbemühungen apples, habe ich komplett übersprungen, die vorstellung des iphone SE, das ich ebenfalls für eine gute strategische entscheidung halte, hat mich irre gelangweilt (jeder einzelne witz von greg joswiak, ist gegen die wand gefahren). phil schillers ipad-gedöns hab ich auch übersprungen, so dass ich die stundenlange keynote tatsächlich ziemlich flott durch hatte.
ich glaube die apple-keynote-situation kann man gut so zusammenfassen: alles richtig gemacht, aber insgesamt ist das alles ziemlich furchtbar und das pr-speak distortion field von steve jobs fehlt sehr.