journalismusfinanzierung ist manchmal ein drahtseilakt. aber wenn sich spiegel online mit seinen werbepartnern auf bumsblattniveau begibt, kann man nur (wieder) sagen: verleger sollten adblockern eigentlich unendlich dankbar sein, weil sie helfen ihre seiten seriöser aussehen zu lassen.
den vermarktern und anzeigenabteilungen in ihren häusern, ist die wirkung der werbung, die sie in ihre seiten bauen lassen, offenbar schnurz. mich erstaunt das immer wieder.
Liest man den Dreck, der auf Twitter zum #ausnahmslos-Aufruf veröffentlicht wird, möchte man den Autorinnen fast zustimmen. Aber das ist das Einzigartige an dieser Debatte. Sie ist von so viel Sprechverboten und Drohgebärden eingegrenzt, dass es kaum noch möglich ist, Position zu beziehen. Der Selberdenkende fühlt sich sozusagen allseitig angetanzt. Der Aufruf verdient nicht den Dreck, mit dem er beworfen wird, aber sehr wohl eine elaborierte Gegenposition.
die gegenpositionen die chervel in seinem text vertritt sind teilweise nachvollziehbar und valide. aber ich habe meine probleme damit, wenn jemand behauptet, andere würden irgendwas-verbote aussprechen, wenn sie ihre position öffentlich machen und dafür streiten. anderen „sprechverbote“ zu unterstellen, ist nichts anderes als eine elaborierte umformulierung von „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. genau das unterminiert aber das vorhaben von chervel, eine „elaborierte Gegenposition“ zu formulieren.
russell brandom über daniel rigmaiden, einen betrüger, der als er erwischt wurde, jahrelang recherchierte welches überwachungsinstrument ihn zur strecke brachte:
Cell-site simulators are now at least 20 years old, a long time for any one trick to stay secret. Police had been using the devices in secret for 12 years by the time they were trained on Rigmaiden. From there, it took another eight years to drag them into the light. Even that was only possible because of the chance alignment of a stubborn defendant, a legal shortcut, and a sympathetic judge. "If we hadn’t picked up the scent on this, they could have gotten another five or 10 years out of it," Soghoian says.
This is the logic of surveillance, an arms race between police and criminals, but also between police and the legal systems meant to keep them in check. After 10 years off the grid and five years in jail, Rigmaiden is now on the side of those systems — privacy groups, lawyers, judges. It’s a strange place to find himself. How did he make the turn from dodging surveillance to actually fighting it? He’s still not sure, although it probably has something to do with getting older.
sehr lang, aber gut zu lesen und, obwohl es ziemlich genau nachzeichnet, welches ausmass die alltägliche massenüberwachung hat, ohne skandalisierung oder übermässige aufregung geschrieben. und die geschichte zeigt, dass man das US-rechtsystem durchaus zu seinen gunsten ausser atem nerven kann, entsprechende resourcen oder intellektuelle kapazitäten vorausgesetzt.
christoph über trockeneis, bzw. co₂, das tier baut einen schneemann ud armin erklärt beulen, bzw. schmerzen, bzw. schmerzmittel. insgeamt so mittel interessant. kapitän blaubär hab ich mir, wie immer, gespart.
eine sendung über enten (und sosse und ne pyjama-party):
phil dunphy:
i realized today that i have been holding them back, because that was fun for me. but in the end, you got to let them spread their wings, right?
n bisschen zu moralisierend, auch wenn eigentlich jede modern-family-ausgabe so ist. aber diesmal wars wohl zu unsubtil für meinen geschmack.
We've got some exciting new things in store for 2016 that solve real problems for both higher and corporate education. We'll discuss this in a future post on the Known blog. First, though, I wanted to take a step back and explain the technical decisions we made for Known. What is Known? Known is an open source web platform that allows groups and individuals to publish in a group with a variety of media. You can choose who can see the content you publish, as well as where you reach your audience: you can syndicate your content to services like Twitter, Facebook, SoundCloud, Flickr, LinkedIn and more.
langsam fängt the expanse an spass zu machen. die charaktere der hauptfiguren sind mehr oder weniger etabliert, die eckpunkte der geschichte gesetzt und jetzt geht die reise los, ganz klassisch, mit denen, die in der serie als rebellen vorgestellt wurden („OPA“, hrmpf). ich verstehe jetzt auch ein bisschen mehr, weil ich meinen stolz überwunden habe und die sendung auch mit (englischen) untertitel anschaue.
insbesondere jared harris, der in the expanse einen der vielen bösewichter spielt ist ziemlich schwer zu verstehen, weil er sich einen südafrikanisch klingenden akzent zugelegt hat, weil in der serie alle ausserirdischen menschen irgendeinen ungewöhnlichen akzent haben — und expressive gestik obendrein. ich mag den akzent und vor allem auch jared harris in dieser rolle, aber schwer zu verstehen war er trotzdem ohne untertitel.
auch wenn sich der erste absatz euphorisch anhört, the expanse ist auch ein bisschen scheisse. die anwesenheit oder abwesenheit von schwerkraft ist völlig erratisch, in einer szene schweben die figuren dutrch die raumschiffräume, in der nächsten szene stehen sie wie bäume auf dem boden. ganz grässlich die szene, in der die polizisten-kollegin des hauptdarsteller-cops (thomas jane als „joe miller“), der sich in dieser folge ziemlich mclane-iert hat, nach einem rettungsschuss, trost an der hauptdarstellermännerbrust von joe miller sucht. ich dachte solche albernen stereotypen hatten wir in qualitätsserien langsam mal überwunden? meine güte, miller wirkt auch ohne solche hingedrehten szenen hart und entschlossen genug.
trotz der zahlreichen schwächen (explosionsknalls im vakkum, tauchanzüge als raumanzüge, rollenklischees, ikea-ausstattung), ist die serie total ok und eben science-fiction. und sie hat auch stärken: von aussen sind die raumschiffe ziemlich gut entworfen (von innen eher mittlerer standard, unter anderem, ziemlich albern, mit grossen mengen ipads auf beweglichen, oragnischen tragarmen), relativ viele gute schaupspieler, viel schmutz und dreck und eine ganz gut gedrehte geschichte die vorhersehbar ist, aber doch hin und wieder überrascht und die spannung wachhält.
heute startet uebermedien.de, die neue webseite von stefan niggemeier und boris rosenkranz. neu daran sind eigentlich zwei dinge: die beiden wollen regelmässiger ins internet schreiben und dafür von ihren lesern bezahlt werden. dafür hat blendle den beiden einen blendle-abo-button zur verfügung gestellt, mit dem man, nach der zahlung von 4 euro (monatsabo), zugriff auf alle artikel hat. ich hatte etwas früher zugriff auf uebermedien.de und konnte den button deshalb schon benutzen, bzw. ein blendle/übermedien-abo abschliessen.
es ist ja bekannt, dass die blendle-leute supernett sind und ihr anliegen, den journalismus besser zu machen, sehr ernst nehmen und vor allem technisch elegant umsetzen. bei blendle.de ist das so nahtlos und glatt, dass es mich bereits mehrfach zu öffentlichen begeisterungsstürmen geführt hat. die umsetzung des blendle-buttons auf uebermedien.de ist auch elegant, aber, zumindest gestern noch nicht, nicht ganz so nahtlos wie ich es mir vorgestellt hatte. das abo erforderte immer noch geschätzte 15 klicks. erschwerend kann hinzukommen, dass ich bei blendle noch keine zahlungsinformationen hinterlegt hatte, weil ich bei blendle ja freerider bin und ncht zahle. andererseits kann es gut sein, dass viele potenzielle abonennten von uebermedien.de ebenfalls noch keine zahlungsinformationen bei blendle hinterlegt haben — oder gar schon bledle-mitglied sind.
trotzdem, mir erscheint der blendle-buttons als das bisher eleganteste und freundlichste zahlungssystem für journalistische inhalte und ich bin sicher, das blendle sich hier noch einiges einfallen lässt, um die zahlung weiter zu vereinfachen oder zu verfreundlichen.
ich bin jedenfalls gespannt auf den launch und glaube dass das ding gut ankommen, bzw. fuktionieren wird. und es wird wahrscheinlich meine erste lieblingswebseite mit gekürztem RSS-feed sein. weil: is halt so.